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Wahrscheinlich seit der Römerzeit...

Der Weinbau an den Südlagen der Donau dürfte bereits in der Römerzeit begonnen haben, wenngleich archäologische Zeugnisse von Beweischarakter hierfür fehlen.

 

Erste urkundliche Erwähnungen des Weinbaus in Altbayern gehen auf die Zeit der bajuwarischen Landnahme zurück, d. h. auf das 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. Bischof Aribo von Freising spricht 649 in der Vita des Heiligen Emmeram von Regensburg bereits von der "regio Baiovariorum viniferax", d. h. "das weintragende Land der Bajuwaren". Schon im 8. Jahrhundert wird die Gegend um Kruckenberg als Weinanbaustätte erwähnt.

 

Im Früh- und Hochmittelalter verbleibt der Weinbau an den Hängen der Donau überwiegend in der Hand der großen Klöster und Herrensitze. Wird mit dem Weinbau zunächst nur der Eigenbedarf gedeckt, so sind in dieser Zeit allmählich auch die Anfänge des gewerblichen Weinbaus zu erkennen. Im Jahr 1271 wird der Baierwein erstmalig als solcher namentlich erwähnt.

 

Mit dem Anwachsen des klösterlichen und weltlichen Grundbesitzes nimmt die Produktion an Baierwein zu. Allein die Stadt Regensburg besitzt im Jahr 1509 42 Weingärten. Regensburg, das Zentrum des Baierweins, entwickelt sich zu einem Hauptumschlagsplatz, mit Weinlände, Weintor und Weinstadel an der Donau.

 

Bereits um 1400 sind in Regensburg 35 Weinhändler registriert, davon 13 Fernhändler, vornehmlich mit Verbindungen nach Süden. Der Baierwein selbst wird als Volksgetränk aufgefasst. Der bayerische Geschichtsschreiber Johann Georg Turmair, genannt Aventinus, vermerkt um 1530: "Der gemeine Mann aus dem Gäu sitzt Tag und Nacht beim Wein".

 

Die Wittelsbacher Herzöge lassen alljährlich um die 40000 Liter Baierwein in ihre Münchner Residenz liefern, bei der Landshuter Fürstenhochzeit im Jahr 1475 werden 170 große Fässer, d. h. ca. 300000 Liter Baierwein getrunken.

 

Ab ca. 1600 erhält der Baierwein zunehmend Konkurrenz durch das bayerische Bier. Nach mehreren Missernten in den relativ kühlen Jahren zwischen 1553 und 1628 gehen die Anbauquoten des Baierwein deutlich zurück. Hinzu kommt, dass im Rahmen der Reformation viele Klöster aufgelöst werden und damit als Förderer des Weinbaus entfallen.

 

Einen entscheidenden Einbruch erfährt der altbayerische Weinbau durch den Dreißigjährigen Krieg. Am Ende des Krieges ist die Bevölkerung Altbayerns dezimiert, zahlreiche Weinberge sind zerstört oder liegen brach, viele Weinbauern haben die Wirren des Krieges nicht überlebt oder geben auf. Bei Donaustauf bleiben z. B. auch 20 Jahre nach dem Krieg noch 110 Weinberge "von Holz und Stauden zugewuchert".

 

Im Jahr 1853 beträgt die Anbaufläche des Baierweins nur noch 180 ha, davon 166 ha in der Oberpfalz. Um 1869 wird nur noch in 14 Gemeinden gewerblicher Weinbau betrieben.

 

Einen Qualitätsschub bedeutet ab 1913 der Wechsel auf die neugezüchtete Rebsorte Müller-Thurgau, einer Kreuzung aus Riesling und Madeleine-Royale

 

Im Jahr 1938 hat sich die Anbaufläche des Baierweins bereits auf 8 ha reduziert, im Winter 1956/1957 vernichtet der Frost nahezu alle restlichen Rebflächen und viele Winzer geben auf. So ist im Jahr 1958 der Weinbau um Regensburg auf ca. 1 ha Restfläche geschrumpft und damit nahezu ausgestorben.

 

Erst ab 1972 erfährt mit dem Einsetzen des Lokaltourismus und der Verwendung besserer Rebsorten und Anbaumethoden der Baierwein wieder eine zunehmende Nachfrage und die Anbauflächen nehmen wieder zu. Im Jahr 1983 wird die Bezeichnung "Regensburger Landwein" eingeführt.

 

Im Jahr 1998 wurde in Bach an der Donau das Baierwein-Museum im historischen Biethaus eröffnet und erfährt im Jahr 2008 eine Renovierung und Erweiterung.




Baierweinmuseum Bach an der Donau - Weinpresse von 1615